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martedì 2 agosto 2011

Sag mir wo die Sänger sind, wo sind sie geblieben? - Gedanken zu den Bayreuther Festspielen 2011

Bei den diesjährigen – den hundertsten – Bayreuther Festspielen ist die Premieren- und Wiederaufnahmerunde seit einigen Tagen zu Ende. Man muss mit Bedauern feststellen, dass das Jubiläum des Kultfestivals (vielleicht des Festivals schlechthin) äußerst trist ausfällt und dass das allgemeine künstlerische Niveau jedes Jahr weniger Festspielreife aufweist, ja dass es mit Qualität mittlerweile steil bergab geht.

In der herrschenden Durchschnittlichkeit oder sogar Unzulänglichkeit der musikalisch-theatralischen Leistungen zeichnen sich einzig der Festspielchor unter der Leitung des großen Eberhard Friedrich und der Ausnahmekünstler Kwangchul Youn als Festspiel- und Wagner-würdige Elemente durch bewundernswerte Stabilität aus. Es sei noch auf die überraschende Leistung von Thomas Hengelbrock im neuen Tannhäuser hingewiesen, den er im Großen und Ganzen mit sicherer Hand und guter Klangtransparenz dirigierte, oder auch auf die zweifellos sehr gelungene Parsifal-Inszenierung von Stefan Herheim, der mit seinem Konzeptansatz gegenwärtig das einzige überzeugende, d.h. gedanklich kohärente und visuell ansprechende, Regieexperiment des zum Regie-Workshop radikalisierten Grünen Hügels bietet. Es werden manchmal noch die Bässe Georg Zeppenfeld und Günther Groissböck hervorgehoben, aber nur mit korrekten, keineswegs glanzvollen Darstellungen des Landgrafen, Pogner oder König Heinrich allein wird bestimmt kein erfolgreiches internationales Wagnerfestspiel zustande gebracht. Dass es sich im Falle eines Groissböck nicht einmal um einen echten Bass, sondern um eine in der Tiefe inexistente, forcierende und schlecht projizierte Baritonstimme handelt, wird von niemandem bemerkt (man höre nur seinen Sarastro).
Das Problem der Sängerkrise (die sich bestimmt nicht nur auf das Wagnerrepertoire beschränken lässt) wird mehr oder weniger von Allen anerkannt. In Bayreuth bekundet sie sich allerdings auf eine noch kritischere Weise, denn in vielen Fällen bietet die Festspielleitung nicht bloß nur knapp durchschnittliche Besetzungen, sondern geradezu die Schlechtesten, die durch größere Aufmerksamkeit für den musikalischen Teil und durch mehr Kompetenz in Sachen Gesang bestimmt vermieden werden könnten. Man muss sich umso mehr über die niedrige stimmliche Qualität wundern, als es doch heißt, dass in Bayreuth alle Sänger, ungeachtet ihres Ruhmes, vorsingen müssen – dass die Festspielleitung also eigentlich nie eine Katze im Sack kauft. Daher bleibt nichts anderes, als die musikalische Kompetenz der für Castings zuständigen Personen radikal in Frage zu stellen. Da denkt man gleich an die Fälle katastrophaler gesanglicher Leistungen, wie Stephanie Friede, Annette Dasch, Irene Theorin, Susan Maclean oder, im letzten Jahr, Evelyn Herlitzius. Andere Sänger, wie der überförderte Klaus Florian Vogt, der nasale und mehr deklamierende als singende Simon O’Neill, die farblose Manuela Kaune oder die in den letzten Jahren merklich nachlassende Camilla Nylund, überschreiten ja kaum das Niveau des Durchschnittlichen und Akzeptablen. Eine ganze Reihe von Baritonen, wie die Interpreten des Telramund, Kurwenal oder Amfortas sind sowieso nichts als permanente Exponenten des notorischen „Bayreuth bark“. Und da kann auch ein Michael Nagy nicht helfen, denn mit seinem schwachen Legato bleibt sein Wolfram meilenweit hinter den großen lyrischen Wagnerbaritonen der Vergangenheit zurück. Die meisten der in Bayreuth präsenten Sänger kennzeichnen sich also dadurch, dass sie wegen äußerst mangelhafter Stimmtechnik entweder schlichtweg Schiffbruch erleiden oder nur knapp daran vorbeischlittern und in ihren Darstellungen letztlich völlig blass bleiben und alles andere als Maßstäbe für Wagnerinterpretationen setzen.
Das Publikum aber spendet reichlich Applaus und bestraft hier und da nur jene unzulänglichen Sänger, die zusätzlich noch das Pech haben, in besonders unerfreulichen Inszenierungen mitzuwirken. Als A und O der Produktionen bleiben sowohl im Guten als auch im Schlechten die Inszenierungen, denn einzig daran orientiert sich das Publikum. Die vielen musikalischen und stimmlichen Unzulänglichkeiten werden mit allen möglichen Surrogaten und Entschuldigungen vollgestopft, sodass letztendlich ein Simon O’Neill mit seinem deklamierten und gebrüllten Parsifal, der eher wie ein Mime dritten Ranges klingt, „überzeugt“ oder dass eine Annette Dasch damit entschuldigt wird, dass sie vielleicht doch eher „für das Mozartfach geeignet“ ist. Man vergisst aber, dass mit einer Stimme, die keine einzige Note mit der notwendigen Atemstütze produziert und deswegen systematisch wackelt und wankt, auch Mozart nicht gesungen werden kann / darf. In diesem Kontext ist die Schuld des zutiefst opportunistischen, offiziellen Kritikwesens nicht nur bei den Bayreuther Festspielen sondern auch allgemein in der gesamten Opernindustrie unermesslich groß. In den meisten Kritiken werden die Sänger entweder völlig abstrakt gelobt oder nur knapp und ohne detaillierte Stellungnahme namentlich erwähnt. Manchmal kommen sie in den Rezensionen überhaupt nicht vor, weil die Kritiker als ihre allererste und allerheiligste Pflicht eine detaillierte und hochphilosophische Analyse der hochkomplexen und hochphilosophischen Regiekonzepte betrachten. Die Sänger werden in nichtssagenden Pauschalurteilen zusammengefasst: „Sternstunde“, „glanzvoll“ und „kongenial“.
Ironischerweise kopieren die Musikliebhaber, die „unabhängigen Kritiker“, die auf verschiedenen deutschsprachigen Foren oder Blogs tätig sind, geradezu karikaturenhaft die Sprache der offiziellen Kritiker und kommen so auch selbst systematisch zu dem Ergebnis, dass, trotz schriller Töne, einer generellen Tendenz zum Sprechen, einer kehlig-forcierten Stimme und einer inexistenten Stimmführung, ein Simon O’Neill „überzeugen durfte“. Wie eine Karikatur mutet in diesem Diskurs des schreibenden Publikums und der publizistischen Schreiber sowohl das semantisch vage „überzeugen“, das jede Beurteilung anhand klarer Kriterien bewusst vermeidet, als auch das „dürfen“ an. Letzteres hat den Beigeschmack eines Gestus des erlesenen Publikums, das mit Ernst, Autorität und Herablassung den Künstler einer schweren Prüfung unterwirft und ihn letztendlich als Sieger akzeptiert, wobei der brausende Beifall, den es dem heutigen tristen künstlerischen Durchschnitt beschert, in sich schon die totale Verneinung jeglicher Kompetenz darstellt, worauf das gegenwärtige Festspiel- oder Alltagspublikum Anspruch erheben kann. Neben der permanenten Tendenz, aus einer Not eine Tugend zu machen und die unleugbaren Mängel der Sänger mit allen möglichen rhetorischen Instrumenten zu verklären, womit die Kritik als Generator des absoluten gesellschaftlichen Konsens der Vermarktung der künstlerischen Werte zum Erfolg verhilft, verrät das Publikum besonders bei hochkarätigen Festspielen, wie Bayreuth, die Tendenz zu besonderer Exaltiertheit. Mehr als das Werk und die Aufführung zelebriert sich hier das Publikum selbst für die Geduld von 10 Jahren Wartezeit und setzt letztendlich das tatsächliche künstlerische Niveau zu einer drittrangigen Nebenerscheinung herab.
Man kann nicht bestreiten, dass eine Irene Theorin dem überwiegenden Teil des Publikums tatsächlich gefallen haben muß. Wenn weder gebuht noch kritisiert wird, können auch die Zeitungschroniken aus heiterem Himmel kein Fiasko herab beschwören. Dass aber die offiziellen Kritiker, Experten und sonstige Spezialisten hinsichtlich des generellen Verfalls des musikalischen Niveaus absichtlich die Augen zudrücken, damit, abseits von künstlerischer Qualität, die Maschine des gesellschaftlichen Konsenses und jener des quantitativen, kommerziellen Erfolgs weiterfunktioniert, kann man nur als professionelle Unehrlichkeit bezeichnen. Natürlich ist der kommerzielle Erfolg der Opernindustrie in der Zeit der Finanzkrise höchst bedeutend, aber es wird vergessen, dass mit der systematischen (und oft wider besseren Wissens) Heraufbeschwörung und der fabrikmäßigen Reproduzierung von inexistenten „Sternstunden“, in deren Glanz sich sowohl das anspruchslose Publikum als auch die inadäquaten Künstler sonnen, kein erfolgreiches Dauerergebnis erlangt werden kann. Denn einer derart blassen und professionell unzuverlässigen Sängergeneration wird eine folgen, die noch unzureichender ist, deren Niveau hinsichtlich Stimmführung, Stimmprojektion und vokaler Langlebigkeit noch tiefer sinken wird. Letztendlich wird nichts anderes mehr bleiben, als im deutschen, spätromantischen Repertoire (und warum nicht auch in Mozart oder Verdi?) anstatt eines ohnehin schon falsch verstandenen Sprechgesanges nur noch reine Deklamation darzubieten, wobei das erlesene Publikum selig weiterklatschen wird bis die komplette Sackgasse auch tatsächlich für jedermann augenscheinlich wird.
Besonders symptomatisch in dieser Sänger- und Hör-krise ist das aktuelle Phänomen der Bedeutung einer Gegnerschaft oder Anhängerschaft hinsichtlich der „Regieoper“. Die Ausarbeitung besonders komplizierter, unverständlicher und absolut unmusikalischer Inszenierungen scheint nicht nur die ausgesprochene Priorität der neuen Festspielleitung des Grünen Hügels zu sein, sondern ist auch, wie schon erwähnt, der Hauptorientierungspunkt des Publikums. Mittlerweilen deklarieren ganze Gruppen von Musikliebhabern ihre Bereitschaft, systematisch gegen das „Regieoper“-Syndrom kämpfen zu wollen; lange, feurige Debatten werden dem Thema gewidmet und Taktiken und Prognosen werden angeboten. Es bleibt aber äußerst fraglich, ob die Abschaffung der „Regieoper“-Diktatur hinsichtlich der musikalischen Dimension der Aufführungen etwas bewirken würde. Denn den Sängern wird ja, wie man sieht, stets reichlich Beifall gespendet. Sie werden sogar zu Geiseln der Eurotrash-Regisseure erklärt. Was passiert aber, wenn ein Regisseur eine leere und fast konzertante Inszenierung wie „Die Frau ohne Schatten“ bei den diesjährigen Salzburger Festspielen darbietet? Die Sänger bleiben ihrer stimmlichen Unzulänglichkeit überlassen, besonders im Falle der absolut unakzeptablen Kaiserin der Frau Schwanewilms, und singen genauso schlecht wie sonst.
Gibt es denn im Publikum, das sich gegen die „Regieoper“ mit heftigen Buh-Orkanen wehrt, überhaupt das Bedürfnis, auch auf musikalischem Niveau etwas zu verbessern? Spielt dasselbe Publikum nicht den „Regieoper“-Vertretern geradezu in die Hände, indem es den Eurotrash-Inszenierungen derart unverhältnismäßig viel Aufmerksamkeit gönnt und Bedeutung zumisst? Und dreht sich nicht letztendlich der gesamte event-hafte Charakter des gegenwärtigen Opernwesens um diesen allerletzten Moment des Opernbesuchs, wo man nach dem indifferenten Jubel für die Musiker an dem beinahe schon liebgewonnenen Augenblick des rituellen Buh-Gewitters gegen das Regieteam teilnehmen darf? „Welche Unholds List liegt darin verbogen“, dass alle offen gegen die Regieoper-Ästhetik auftreten, aber dass Keiner sich grundsätzlich kritisch zu den gesanglichen Leistungen zu äußern wagt? Was ist das für eine Ideologie, die den Opernsängerberuf von jeglicher Bindung an hartes, professionelles Training anhand klarer stimmpädagogischer Kriterien frei spricht und alles in einem nichtssagenden Relativismus untergehen lässt, in dem letztendlich alle auf irgendeine Weise „überzeugen“, aber keiner eigentlich singt. Zeugt diese Attitüde nicht von einem fundamentalen Desinteresse für den Gesang als Kunstform? Muss der Sinn für dieses musikalische Erbe wirklich nur noch in pseudo-komplexen Regiedeutungen gesucht werden? Jedenfalls ist es eine Tatsache, dass über Gesang äußerst wenig diskutiert wird; und selbst wenn gesangliche Leistungen zum Thema werden, werden die systematischen, technischen Unzulänglichkeiten der Mehrzahl der heutigen Sänger im Namen einer abstrakten „Ausdrucksstärke“ oder sonstiger außermusikalischer Begriffe übergangen.

In dem Maße, in dem das Publikum die Macht der „Regieoper“ durch seinem eigenen Protest, bzw. durch das Fehlen eines echten Interesse für den musikalischen und besonders den stimmlichen Part heraus, noch fördert, investiert eine Festspielleitung wie die der Bayreuther Festspiele ihr ganzes Potential in die Produktion – oder besser Reproduktion – pseudo-intellektueller, pseudo-ikonoklastischer „Lektüren“ der Werke Wagners. Sie scheint ironischerweise immer noch dem legendären Jahrhundert-Ring von Patrice Chereau als Ideal für theatralische Innovation verhaftet zu sein. Leider vergisst die Festspielleitung, dass diese historizistischen, dekonstruktivistischen Regieansätze wenigstens seit dem Moment nicht mehr revolutionär und innovativ sind, als im Jahre 1976 Patrice Chereau zum ersten Mal seine Deutung der Tetralogie vorschlug. Regisseure wie Katharina Wagner oder Hans Neuenfels scheinen einen tiefen, mythischen Glauben an die „Wende“ zu haben, die sich in der Attitüde des Bayreuther Publikums hinsichtlich des Chereau’schen Rings vollzog und die einen Theaterskandal letztendlich in einen Theatertriumph und einen Klassiker verwandelte. Dabei wird nicht beachtet, dass diese Wende in erster Linie wegen der tatsächlichen Klarheit und Kohärenz des Chereau’schen Konzeptes und der visuellen Originalität erfolgte, d.h. wegen all dem, was den Meistersingern einer Katharina Wagner oder dem Lohengrin eines Neuenfels schlichtweg fehlt.
Sowohl das Publikum als auch die Festspielleitung von Bayreuth scheinen – wie schon immer in der Geschichte des Festspielhauses – in konzentrierter und zugespitzer Form die gesamten Tendenzen und Probleme des breiten (bei weitem nicht mehr nur) deutschsprachigen Opernpublikums in sich zu vereinen. Das Einzige, was bis jetzt am Grünen Hügel von den Wagnerschwestern mit Ernst unternommen wurde, ist die Perfektionierung der Marketingmaßnahmen. Von einer Sängerakademie war die Rede, aber davon gibt es noch keine Spur. Es bleibt ohnehin fraglich, wer überhaupt in einer solchen Wagner-spezialisierten Akademie unterrichten sollte, wo doch sogar die renommiertesten Gesangslehrer des deutschsprachigen Raumes (und inzwischen auch ein großer Teil der einst glorreichen italienischen Schule) systematisch Methoden anwenden, die die Verwirklichung des traditionellen Ideals einer vom Atem getragenen, hoch platzierten, frei fließenden Stimme geradezu verhindern. Was man im nördlichen Raum von der großen Mehrheit der als Stars gefeierten Sänger hört, ist zumeist kehliges und gepresstes Singen, schlecht tragende, ungenügend fokussierte und durch falsche Atmung träge klingende Stimmen – gravierende gesangliche Mängel, die keinen Raum für Flexibilität, Legato oder farbliche Nuancen lassen - von stimmlicher Langlebigkeit ganz zu schweigen. Das letztere Problem wird noch durch ein falsches Besetzungssystem verschlimmert. Anstatt einen lyrischen Tenor wie Robert Dean Smith den Tristan singen zu lassen, der ihm drei Nummern zu groß ist, sollte man doch seine lyrischen Qualitäten und seine große Musikalität, in einer Rolle einsetzen, der Dean Smith mit seinen Kapazitäten gewachsen ist: Walther von Stolzing, Parsifal oder höchstens Lohengrin.
Auch hinsichtlich der Dirigenten war in den letzten Jahren Christian Thielemann der Einzige, der mit seinen Interpretationen für authentische Orchesterereignisse sorgen konnte (wobei er als Sängerdirigent weniger Lob verdient). Man muss feststellen, dass sehr viele interessante und geschulte Dirigenten, die bestimmt technisch solidere und interpretatorisch originellere Deutungen bieten könnten als ein Andris Nelsons (oder die Katze im Sack par excellence, wie der für den nächsten „Ring“ vorgesehene Kiril Petrenko), bei den Festspielen systematisch fehlen. Man denke nur an einen Bychkov, Haitink, Eschenbach, Janowski oder auch De Billy, dessen Parsifal in Turin mit einer der persönlichsten, intimsten und aufschlussreichsten Lektüren dieser Partitur triumphierte. Es wird natürlich bezüglich der Auswahl der Dirigenten oder der Sängerbesetzungen wiederholt auf technisch-finanziell-politisch-kulturelle Probleme hingewiesen, die man als Kritiker an den Festspielen doch berücksichtigen müsse. Man fragt sich aber, welche künstlerische Relevanz ein renommiertes internationales Festival noch haben kann, das einen substanziellen, auf keine materiellen Probleme reduzierbaren Mangel an Qualität mit allen möglichen Entschuldigungen auszugleichen sucht und leider allzu wenig Willen und Können für eine Besserung des musikalisch-theatralischen Niveaus erkennen lässt. Dann sollte man doch lieber den Laden schließen und das Geld, das man für „Hochkultur“ auszugeben wähnt, in etwas Nützlicheres investieren, anstatt weitere farblose und pseudoskandalöse Jubiläen über das Werk des Meisters und das musikalischer Qualität gegenüber anspruchslose Durchschnitts-Publikum ergehen zu lassen. Letztendlich wird aber Vieles davon abhängen, ob das angesprochene Publikum mit der Selbstverherrlichung weiterzumachen gedenkt und weiterhin bereitwillig für mangelhafte musikalische Qualität zu zahlen bereit ist, oder ob der Wille aufkommen wird, das Niveau der Künstler durch gründlichere Kritik und höheren Anspruch zu heben. Bis dato werden bloß des Kaisers neue Kleider bewundert.



Gli ascolti

Wagner


Lohengrin

Atto III

In fernem Land - Miguel Fleta (1926), Ivan Kozlovsky (1949)


Die Meistersinger von Nürnberg

Atto I

Am stillen Herd - Francisco Viñas (1908)

Atto III

Morgenlich leuchtend - Paul Franz (1919)


Parsifal

Atto II

Amfortas! Die Wunde - Isidoro de Fagoaga (1930)


Tannhäuser

Atto II

Blick' ich umher - Arthur Endrèze (1932)

Atto III

O du mein holder Abendstern - Mattia Battistini (1902)


Tristan und Isolde

Atto III

Mild und leise - Giannina Russ (1913)










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domenica 31 luglio 2011

Bayreuth 2011: un bilancio.

E’ un triste giubileo quello del Festival di Bayreuth che nel 2011 celebra la sua centesima stagione. Per mancanza d’idee, di capacità, finanze o tutto insieme, il giubileo non si festeggia.

L’unica novità è il Tannhäuser in salsa eurotrash-intelettualoide, come ormai è costume nel tempio wagneriano, che oltre ad una regia pseudo-originale infligge al pubblico locale e virtuale un cast improponibile. Se la Ortrud “cantata” da Evelyn Herlitzius l’anno scorso sembrava l’estremo limite possibile dell’indecenza, stavolta è stata la Venere dell’ignota Stephanie Friede ad avere oltraggiato orecchie e sensibilità non solo degli ascoltatori distanti, ma anche del pubblico presente in sala che ha salutato la cantante con una valanga di buu. Inascoltabile quale Elisabetta anche l’urlacchiante Camilla Nylund, voce terribilmente ridotta ed invecchiata in poco tempo. Molto problematico anche il cast maschile in cui l’unanime simpatia della critica e del pubblico va al Langravio Günther Groissböck, basso nominale, perché in realtà non lo è, forzato se non inesistente nel registro grave e, nel complesso, una prestazione modesta in un ruolo d’importanza modesta che certo non può salvare uno spettacolo, e ancora meno un festival. Più positivo dell’aspettato invece la direzione di Thomas Hengelbrock che, eccetto qualche momento di rilassamento, ha guidato l’orchestra del festival con mano sicuro, energia e grande trasparenza del suono. Una buona prova visto che si è trattato di un debutto in una sala la cui acustica è notoriamente difficile ad addomesticare per un direttore quanto è propizia per i cantanti.
Niente di nuovo neppure nei Maestri Cantori “di” Katharina Wagner. Malgrado i cinque anni di esperienza, Sebastian Weigle non sembra avesse appreso qualcosa nel gestire l’orchestra e lo spartito. Oltre alla ridicola regia dell’erede biologica, ma non certo artistica del Meister, questa produzione rimane stigmatizzata dalla greve e letargica direzione ed un cast senza nemmeno un raggio di luce. Triste, molto triste il Sachs di James Rutherford, cantante giovane, ma già possessore di una voce vecchia e ballante. Duro, con gli acuti indietro e privo del necessario lirismo il debutto di Burkhard Fritz nel ruolo di Walter. Insignificante il resto.
Il Lohengrin che in internet è giustamente stato battezzato quale Rattengrin ci presenta un Andris Nelsons in miglior forma rispetto all’anno passato, con un primo e secondo atto corretti ed un terzo abbastanza grigio. Il cast invece non cessa a suscitare perplessità. Petra Lang è sicuramente lontana dalla catastrofe che è stata Evelyn Herlitzius, ma non si sente una sostanziale differenza nel trattare lo strumento vocale. Se l’anno scorso Lohengrin era incarnato dall’ingolato, gemente e falsettante superstar Jonas Kaufmann, nell’edizione presente ci troviamo davanti ad un tenore lirico-leggero dotato di scarsa tecnica che incontra gravi difficoltà nel cruciale terzo atto. Eppure, qualche frase decente ci ha comunque fatto sentire, mentre è rimasta dalla prima fino all'ultima nota assolutamente improponibile - improponibile come mai prima - la Elsa di Annette Dasch. Si cerca di scusarla coll’argomento che sia una mozartiana ed inadatta al tonnellaggio wagneriano. Si dimentica però che con voce sistematicamente ballante, spoggiata ed urlante non si canta nemmeno Mozart. Si loda la prestazione di Georg Zeppenfeld sia quale Pogner nei Maestri Cantori che quale Re Enrico. Può darsi che, malgrado l’emissione stomacale, il giovane basso abbia una minima musicalità, ma, come nel caso del Langravio, non è certamente su una corretta esecuzione del ruolo del Re Enrico che si costruisce il successo di un festival internazionale, che è forse IL festival per eccellenza.
La produzione del Parsifal è l’unica che comporta una regia efficace, salutata dal pubblico con reazioni molto positive sia alla prova generale sia alla ripresa. Si tratta infatti dell’unico esperimento stile “Regieoper” che abbia senso, coerenza e qualità visiva. Abbastanza peggiorata la direzione di Daniele Gatti, con pesantezza e monotonia difficilmente digeribile soprattutto nel terzo atto. Disastroso sia il debutto dell’ingolato-nasale Simon O’Neill, Parsifal con la voce di un Mime di terza scelta, che la ripresa del ruolo di Kundry da parte di Susan Maclean o l’Amfortas spinto ed abbaiato di Detlef Roh. E’ ancora una volta Kwangchul Youn nel ruolo di Gurnemanz a dimostrarsi di essere l’unico artista degno di questo nome presente nel festival di quest’anno. Anche se ritengo le sue prestazioni sia a Torino sia negli ultimi anni a Bayreuth molto superiori a quella che abbiamo sentito mercoledì, il signor Youn rimane uno dei migliori interpreti di questo ruolo fondamentale.
Accanto a Youn l'unico altro protagonista del festival che si trova su un livello da festival è il coro sotto la guida del grande, grandissimo Eberhard Friedrich. E' un complesso che non si smarrisce nemmeno con la bacchetta più incerta e canta sempre con uguale morbidezza, piennezza, omogeneità di suono ed una dinamica talvolta davvero incantevole. Non è per niente che in molti casi i più grandi applausi alla fine delle recite gli otteneva proprio il coro del festival ed il suo bravissimo Chormeister.
Per quanto riguarda il Tristano, la produzione va in scena senza importanti cambi di cast, con la direzione secca ed impersonale di Peter Schneider, un lirico Robert Dean Smith inadatto alla pesantissima vocalità del protagonista, una Irene Théorin che è la più urlante fra tutte le urlatrici wagneriani di tutti i tempi, un Marke stonato del veterano Robert Holl e l’insipida Michele Breedt nel ruolo di Brangäne. Tutto questo ambientato in una delle messinscene più pallide proposte a Bayreuth.
E’ questo il bilancio – tristissimo – per il centesimo anniversario del festival. Tristissimo perché Bayreuth sta girando il coltello nella piaga scritturando nella maggior parte dei casi i peggiori artisti possibili, benché non sia difficile nemmeno oggi trovare dei cast leggermente più decenti. Il livello vocale è tanto più scandaloso quanto la direzione del festival non scrittura i cantanti senza sceglierli attraverso audizioni le quali - in teoria - sono obbligatorie per tutti nonostante il grado della loro celebrità o preparazione. Un altro elemento sfortunato della politica della direzione artistica è l’investimento di tutte le risorse in esperimenti registiche che finiscono con terribili fiaschi, sperando che un bel dì il pubblico si abituerà e “capirà” la profondità delle “letture” dei registi – una “svolta” che guarda con fede verso il caso del leggendario Ring di Chereau del 1976 ed aspetta una virata nel giudizio del pubblico che non avviene perché queste produzioni non hanno nemmeno il quarto della chiarezza ed originalità del concetto di Chereau. Una volta per sempre i registi intellettualoidi che optano per una decostruzione dell’opera dovrebbero capire che le loro rivoluzioni non sono più rivoluzionarie né iconoclastiche almeno dall’Anno Domini 1976 quando il team francese ha per la prima volta decostruito la tetralogia. Quella è un “topos”, una fissazione che – evento unico e veramente nuovo in quell’epoca – rimane con evidenza un ideale di creatività e d’innovazione fino ad oggi. Eppure, è evidente anche il fatto che la direzione del fesitval dovrebbe profondamente rivisitare i suoi valori estetici, cambiare approccio. Magari cambiare anche mestiere. Non basta essere discendente di Richard Wagner per avere sia talento musicale e teatrale sia capacità di manager. Intanto cala catastroficamente la domanda - chi sà se solo a causa delle regie inguardabili o anche per la carenza di qualità musicale - per i bigletti soprattutto dei Maestri Cantori, Lohengrin e Tristan. Alla bigletteria del festival non si è mai trovata una tale quantità di bigletti restituiti. C'è qualcuno che, avendo lottato 10 anni per ottenere un bigletto, preferisce rimanere a casa, magari accendere la radio e convincersi con successo in pochi minuti che abbia fatto bene di essere rimasto a casa ed avere economizzato parecchie centinaia di euro per un evento in cui non c'è più quasi niente d'incantevole oltre al luogo stesso, alla magica geografia della collina ed il momento affascinante in cui nell'austera sala le luci vanno lentamente per spegnersi, dando risalto al bagliore giallastro che dal golfo mistico annebbia il bruno sipario. E' davvero magico, ma poi, su che - e su chi - si apre quel sipario?


Gli ascolti

Wagner


Lohengrin

Atto I

Einsam in trüben Tagen - Elisabeth Rethberg (1927)

Atto II

Euch Lüften - Lotte Lehmann (1930)

Entweihte Götter - Gertrude Grob-Prandl (1955)

Atto III

Mein lieber Schwan - Hermann Jadlowker (1914)


Die Meistersinger von Nürnberg

Atto I

Am stillen Herd - Leo Slezak (1905)

Atto III

Selig, wie die Sonne - Friedrich Schorr, Lauritz Melchior, Elisabeth Schumann, Gladys Parr & Ben Williams (1932)


Parsifal

Atto III

Preludio - Pierre Boulez (1966)

So ward es uns verhiessen - Alexander Kipnis & Fritz Wolff (1927)


Tannhäuser

Atto II

Dich teure Halle - Maria Müller (1930)

Blick' ich umher - Herbert Janssen (1930)

Atto III

Allmächt'ge Jungfrau - Kirsten Flagstad (1948)


Tristan und Isolde

Atto II

Hörst du sie noch? - Nanny Larsen-Todsen & Anny Helm (1928)

O sink hernieder - Georg Anthes, Lillian Nordica & Ernestine Schumann-Heink (Mapleson - 1903)

Tatest du's wirklich? - Emanuel List (1938)

Atto III

Mild und leise - Lilli Lehmann (1907)













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martedì 1 febbraio 2011

Parsifal a Torino. International

La Pasta è andata a Torino per il Parsifal.
Duprez è andato a Torino per il Parsifal.
Seguono le loro impressioni nelle rispettive lingue d'elezione.


Am 30. Januar haben wir in Turin der vierten Vorstellung von Wagners „Parsifal“ unter der Leitung von Bertrand de Billy und der aus Neapel importierten Regie von Federico Tiezzi beigewohnt. Man kann mit Sicherheit behaupten, dass es mit diesem „Parsifal“ um die bisher beste Produktion der gesamten aktuellen Opernsaison in Italien handelt.

Die Inszenierung von Federico Tiezzi vermittelt treffend den Geist des Werkes: Gestik und Bewegungen werden stark ritualisiert, die äußere Handlung wird aufs Minimale reduziert, ganz verinnerlicht und durch lakonische, exakte Symbolik sublimiert. Radikale Wendepunkte in Handlung und Musik werden auf der Szene durch einfache und buchstäblich einleuchtende Veränderungen in der Beleuchtung wiedergegeben: so im zweiten Akt nach Kundrys Aufschrei „…und lachte!“ oder im dritten Akt am Anfang der Karfreitagszauberszene.

Ebenso treffend und in perfekter Übereinstimmung mit dem Ethos der Regie fanden wir die überwältigende und durchaus originelle Leitung von Bertrand de Billy. Sein „Parsifal“ ist vielleicht der lyrischste, den man je zu hören bekommen hat. Nie ein überflüssiges Forte, nie eine pseudo-spätromantische Übertreibung und Überladung sei es der Harmonik oder der Dynamik. Perfekte Transparenz, Natürlichkeit, Flüssigkeit, vor allem aber Leichtigkeit! Nie hat „Parsifal“ so leicht geklungen, nie ist in dieser vierstündigen, „schweren“ Oper die Zeit so schnell vergangen. Mit einem idealen Gefühl für das richtige Maß hat de Billy gewusst, die Partitur von jedweder Aggressivität und pompösen Ausschweifungen zu befreien. Nahezu impressionistisch, ja Debussy-artig und äußerst sängerfreundlich hat de Billy im Orchestergraben das realisiert, was auch auf der Szene der Grundcharakter, die Grundgeste zu sein schien: das Schonen. Ein Bühnenweihfestspiel, das das Sakrale als eine schonende Berührung, als einen zarten Wink versteht. Wie hoch der Grad der totalen Verinnerlichung in der instrumentalen Lektüre von de Billy gewesen ist, mag exemplarisch durch das Finale des zweiten Aktes bestätigt werden. Nachdem Parsifal den von Klingsor gegen ihn geschwungenen Speer ergriffen hat, begleitet das Orchester die Worte von Parsifal, die zum Sturz von Klingsors Zauberreich führen, mit einem Crescendo, das die Spannung bis aufs Unerträgliche steigert, ohne jedoch die „Lautstärke“ des Crescendo selber von einem Forte zu einem Fortissimo wachsen zu lassen. Höchste Meisterschaft.

Was die Sänger betrifft, schien uns Christopher Ventris (Parsifal) stimmlich weniger überzeugend, als vor zwei Jahren, als wir ihn in Bayreuth unter der Leitung von Daniele Gatti hörten. Dennoch zeigt er ein tiefes Verständnis für die Rolle und weiß die Entwicklung des reinen Tors zum mitleidsweisen Erlöser präzis auszuzeichnen. Christine Goerke (Kundry) besitzt eine beeindruckende Stimme und stellt eine sinnliche Kundry dar, ist aber letztendlich wegen der äußerst unzulänglichen Stimmtechnik sehr diskontinuierlich in ihrer Leistung. Jochen Schmeckenbecher (Amfortas) ist roh und mühselig in der Emission und der Führung der Stimme. Die Attacken mangeln sehr oft ein gesundes Vibrato. Trotzdem konnten sowohl er und Christine Goerke als auch der übertrieben aggressive und deklamierende Mark S. Doss (Klingsor) durch die außerordentliche Leitung von Bertrand de Billy, besonders aber durch die Präsenz des spektakulären Kwangchul Youn (Gurnemanz) „erlöst“ werden.

Kwangchul Youn ist mit Sicherheit nicht nur der beste Gurnemanz unserer Zeit, sondern auch einer der größten der gesamten Interpretationsgeschichte dieser überlangen und eine unendliche stimmliche, szenische und expressive Autorität und Eloquenz verlangenden Rolle. Kein anderer Wagnersänger besitzt heute eine so sichere Stimmtechnik, die es ihm erlaubt, seinen Bass in allen Registern mit einer kompletten Homogenität zu führen, frei und vielfältig von Piano bis Forte zu phrasieren, eine phänomenale, kristallklare sprachliche Klarheit zu besitzen, und – geradezu eine Rarität im heutigen Wagnergesang! – Legato zu singen. Jeder Note, jedem Wort, jeder musikalischen Phrase verleiht er einen Sinn. Wir hatten das Glück, Herrn Youn auch schon früher, nämlich bei den Bayreuther Festpielen im Jahre 2009, als Gurnemanz zu hören und müssen nun begeistert feststellen, dass sowohl seine stimmtechnische Fertigkeit als auch das unglaublich tiefe Verständnis der Rolle seit diesen zwei Jahren noch stark gewachsen sind. In unserer, von wahren Stimmen und musikalischen Persönlichkeiten leeren Epoche ist es geradezu eine Freude, zu sehen, dass es einen Künstler gibt, der mit beispielhafter Klugheit seine Karriere zu führen, bzw. seine Stimme zu schonen weiß und als Sänger und Interpret stets neue Höhen erreicht. - Giuditta Pasta


Difficile scrivere di Parsifal: la genesi dell’opera, il suo valore di spartiacque nella storia della musica occidentale, l’importanza anche filosofica dell'opera nell’estetica del suo autore, l'immenso sforzo creativo, le polemiche succedute alle prime rappresentazioni… Argomento vasto, troppo vasto per esporlo in modo breve e sintetico: evitando, però, di ripetere ovvietà o banalità, oppure senza correre il rischio di divagare in speculazioni filosofiche (affascinanti, vero, ma più adatte a trattazioni più complete ed esaustive dell'argomento). Più facile, invece, parlare di questo Parsifal: il Parsifal messo in scena a Torino (mi riferisco allo spettacolo di domenica 30 gennaio), che – anche, e soprattutto, in confronto al Wagner che ci siamo abituati, ahinoi, ad ascoltare a Milano – ci porta davvero in un’altra dimensione. Superiore. Superiore in ogni singolo aspetto: rappresentativo ed interpretativo.
In effetti, a prima vista e considerando le difficili condizioni economiche e artistiche in cui versa lo stato della musica nel nostro paese, un Parsifal sembrava “passo più lungo della gamba”, un azzardo insomma. Mi sbagliavo. E son felice di essermi sbagliato, dato che ho assistito ad uno dei migliori spettacoli della mia personale storia di frequentazioni teatrali. E non in virtù di un atteggiamento volto all’ “accontentarsi di quel che passa il convento”: tutt’altro, giacché questo Parsifal resta una delle migliori interpretazioni del titolo anche rispetto alla sua trascorsa storia interpretativa. Un Parsifal di riferimento. Direi unico. Bertrand De Billy – direttore assai sottovalutato da noi, ma frequentatore dei maggiori podi europei – offre, infatti, una lettura personalissima dell’estremo capolavoro wagneriano. Colpisce, innanzitutto, la trasparenza dell’orchestra, la leggerezza con cui le imponenti architetture dell’opera si combinano tra loro e si costruiscono, mostrando la complessità della polifonia wagneriana senza nulla concedere all’edonismo sonoro o all’indulgenza verso effetti roboanti o ipertrofici. Sonorità che rimandano a Debussy. Un’orchestra che pulsa sotto il bellissimo gesto di De Billy, ampio, ma non retorico, che vibra senza certa melassa di tradizione tardoromantica e che evita con cura ogni suggestione millenaristica: in ciò si mantiene in una sacralità intima, sofferta, tragica (più neotestamentaria che veterotestamentaria, per utilizzare paragoni religiosi), in cui la grandezza è costruita sulla semplicità, e non sulla monumentalità. In questa lettura – razionale, tesa, drammatica – emergono come gemme le pagine del preludio (condotto come un unico respiro), la musica della trasformazione (con il rintocco lieve delle campane) che è come un sussurro impercettibile in cui ci si sposta senza spostarsi (il tempo che diviene spazio), l’incantesimo del Venerdì Santo… Ma ogni pagina sarebbe da sottolineare e da elogiare. La scelta di De Billy – suono rarefatto e giocato sui piani e pianissimi – permette di rispettare tutti i segni espressivi di cui Wagner dissemina la partitura (le mezzevoci, i pianissimi, i sussurri, la regia della parola che l’autore esprime attraverso una costruzione musicale screziatissima e dinamica): Parsifal è stato voluto e concepito per l’acustica particolarissima e unica del Festspielhaus di Bayreuth, con l’orchestra rintanata nel golfo mistico e, dunque, caratterizzata da un suono che mai copre il canto (canto che, quindi, può e deve proporsi con tutte quelle sfumature che compaiono in partitura). La maggior parte di questi segni espressivi – che racchiudono la poetica dell’autore e disegnano la cifra musicale del Parsifal – vengono inevitabilmente compromessi nelle esecuzioni più tradizionali, con orchestre tradizionali e con rapporti tra le dimensioni sonore completamente differenti rispetto a quelle di Bayreuth. De Billy, invece, mantenendo il suono misurato ed essenziale permette agli interpreti di non forzare, di non cercare di sfondare il muro sonoro che emerge dalla buca nelle esecuzioni tradizionali. In questo viene favorito da un’orchestra in stato di grazia: precisa e senza sbavature che davvero sembra aver assorbito il linguaggio wagneriano, il modo di respirare nelle ampie arcate sonore che fan rimanere senza fiato l’ascoltatore (e questo per un’orchestra italiana, abituata a tutt’altro genere, è straordinario: il confronto con le scadute compagini scaligere è disarmante…). I tempi non sono slentati, non c’è alcun compiacimento, ma, piuttosto, l’idea di un discorso serrato che, pur negli amplissimi spazi della narrazione wagneriana, non si concede a divagazioni edonistiche (lettura che pare aver recepito e perfezionato la lezione di Boulez). Se straordinaria è la lettura di De Billy e dell’orchestra, altrettanto si deve dire del coro e della compagnia di canto: il primo è semplicemente perfetto nel disporsi nei differenti piani così come pensati da Wagner (il finale I davvero mostra il senso di profondità e di elevazione), precisissimo e musicalissimo nella difficile polifonia degli episodi corali, senza mai indulgere in effetti riempitivi, ma riuscendo a mantenersi su affascinanti mezzevoci in una sacralità interiorizzata. Ottima nel complesso il cast. Certo alcuni estremi acuti della Kundry di Christine Goerke potevano apparire un poco sforzati, ma la voce importante, l’appoggio e la ricchezza di sfumature, nonché l’estrema precisione musicale, ripagavano ampiamente di alcune imperfezioni. Così come il Parsifal di Christopher Ventris, apparso forse un po’ stanco nell’ultimo atto, ma dopo un atto II di grande intensità e un duetto con Kundry trascinante ed intenso: la scrittura centrale lo aiuta, insieme alla grande intelligenza interpretativa. Forse il miglior Parsifal possibile oggi. Efficace il Klingsor di Mark Doss: voce sonora e tagliente, come si addice al personaggio, senza però trasformarlo in una specie di grottesco Mefistofele in salsa teutonica. Del pari il sofferente Titurel del veterano Kurt Rydl: perfetto nel rendere il dolore senza indulgere in senescenze artificiose. Qualche problema in più lo mostra l’Amfortas di Jochen Schmeckenbecher (devo dire che non ho presente altri Amfortas impeccabili), ma non rovina certo la festa. Così pure il complesso delle Blumenmädchen, senz’altro perfettibili, ma sempre precise. Capitolo a parte va dedicato al Gurnemanz di Kwangchul Youn: splendido. Superlativo d’obbligo per un’interpretazione che si pone ai vertici della storia del personaggio, e non solo oggi, ma anche nel passato più glorioso. La voce è autorevole e morbida, ricca di sfumature, perfettamente emessa. Youn sottolinea e interpreta ogni parola, la cesella, la porge: grazie alla sapienza tecnica, alle mezzevoci, alla colorazione di ogni nota rende trascinanti i lunghi monologhi del primo e del terzo atto (dove non permette alcun calo di attenzione e di tensione). Un Gurnemanz superbo e perfettamente congeniale alla particolarissima e intensa lettura di De Billy. Modernissimo nell'evitare certo immobilismo compiaciuto e fine dicitore nel sottolineare ogni piega del testo. In tale contesto si sarebbero potuti tranquillamente chiudere gli occhi e lasciarsi trasportare da una musica sublime splendidamente interpretate. Invece era opportuno tenerli ben aperti: giacché lo spettacolo di Federico Tiezzi era perfettamente congeniale a quanto si stava ascoltando. Regia risolta nel gesto e nel simbolo, fatta di spazi e geometrie: una trasfigurazione del mondo reale nella perfezione idealizzata dal Graal, dove davvero il tempo diviene spazio. Scene molto semplici, astratte ed evocative, che richiamavano un museo stilizzato con affascinanti giochi prospettici ed un uso sapiente di elementi simbolici, luci e colori (splendido l’effetto del Venerdì Santo, dove una luce verde, primaverile, irradia la scena, e la trasfigura in una fioritura che davvero simboleggia la rinascita dell’anima). Alla fine applausi, meritatissimi, per tutti. Resta, a margine, un poco di sana polemica: polemica verso certi mezzi d’informazione, certa stampa e certa critica. Non stupisce, infatti, che chi si è assunto l’incarico di difensore d’ufficio della milanesità musicale (sia essa rappresentata dalla Scala o dalla Scalà), che da maestro cantore dell’epopea mutiana (con i bollettini dei trionfi in stile pavoliniano da cinegiornali dell’Istituto Luce) ha composto peana per tutto il suo ventennio, e che ora spalleggia qualsiasi tentativo di autocelebrazione, autocompiacimento o autoerotismo che permetta la continuità, ora come allora...arricci il naso di fronte a realtà concorrenti e si barrichi dietro pretesti patriottardi contro la “calata dei barbari”. Però correrebbe l’obbligo d’un minimo di pudore: denigrare l’orchestra torinese (perfetta invece) o definire pesante e non ispirata la direzione di De Billy – e magari, contemporaneamente, salutare come un miracolo il concerto per bande e stantuffi che abbiamo avuto modo di apprezzare a Natale alla Scala – odora di mala fede. Che poi lo si faccia dalle stesse pagine del quotidiano che in passato è già caduto in clamorosi svarioni (dando conto di serate inesistenti, elogiando artisti che poi – all’ultimo – non hanno cantato, o dando conto di arie e brani non eseguiti, oppure sbagliando il nome del teatro...lasciando intendere che in realtà molte di quelle recensioni fossero mere testimonianze de relato, confuse e raccogliticce), lo stesso quotidiano che in occasione di una passata prima scaligera (Don Carlo) “prese spunto” – diciamo così – da un pezzo del sottoscritto, riproducendolo quasi integralmente (in barba alla normativa sulla proprietà intellettuale), compreso l’errore di datazione che m’era sfuggito, beh...il valore di una critica siffatta si presta a più di un ridimensionamento. In realtà credo che il più grande difetto di De Billy – imperdonabile agli occhi del critico di turno – sia quello di non chiamarsi Daniel o Daniele: e non sia mai che il presunto primato scaligero (che forse non è mai esistito) venga intaccato dal mero sospetto che altrove si possa fare assai meglio! La realtà si scontra sempre con i desiderata: soprattutto quando i desiderata battono la grancassa delle nostre piccole e provinciali parrocchiette. Per questo mi sento di dire che il mondo musicale non gira intorno alla Scala – con buona pace dei suoi cantori – né il mondo della critica musicale dipende dalla stampa milanese. - Gilbert-Louis Duprez

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mercoledì 17 marzo 2010

Tannhäuser da Torino: Lunga vita al Langravio!

Sinceramente, ci sarebbe piaciuto provare lo stesso entusiasmo che il pubblico torinese ha dimostrato al termine di ogni atto del "Tannhäuser" in diretta radio da Torino, e condividere il caloroso successo che ha salutato tutti gli interpreti ed il direttore al termine della serata.

Siamo passatisti, siamo cattivi, siamo puntigliosi, ma anche noi abbiamo un cuore e ci piace emozionarci per le cose belle e condividere questa emozione con il pubblico.
"Eppur così non è" direbbe Gurnemanz.
Semyon Bychkov, alla direzione, ha con il "Tannhauser" lo stesso problema, che Fournillier aveva con "Adriana Lecouvreur": la ricerca ossessiva di citazioni, temi, similitudini e confronti all’interno della partitura.
Se Fournillier applicava questa ricerca incrociando Cilea con lo stile dei compositori a lui contemporanei, Bychkov la applica allo stesso Wagner, partendo dalla versione di Vienna del 1875, preparata dallo stesso compositore sul materiale di Dresda e Parigi, con qualche modifica,
Fin qui nulla di scandaloso, se si pensa che all'epoca Wagner aveva già composto quasi tutta la Tetralogia con rinnovata sensibilità artistica, e quindi il discorso di Bychkov poteva, da questo punto di vista, offrire una chiave di lettura sinfonica inedita, ma il risultato finale escogitato dal direttore d'orchestra trasforma "Tannhäuser", in un "pastiche"ottocentesco su testo e musiche di Richard Wagner, perdendo la strada tracciata dalla partitura e dal compositore.
Bychkov legge l'ouverture come se si trattasse del preludio di "Tristan und Isolde" inserendo lo stesso tempo indugiante, ma trattenendolo e appesantendolo fino alla catatonia, così i temi bellissimi dei pellegrini e del pentimento vengono letteralmente risucchiati negli incongruenti vortici del pessimismo tristaniano; tutto il Baccanale che segue, ha le sonorità lente e sacrali del preludio del "Parsifal", ma filtrati da tempi e modi assurdamente marziali, come se le baccanti ed i satiri invece di inseguirsi per consumare gioiosi amplessi, marciassero fieri, a passo dell'oca e fucile in spalla, verso il Vietnam, così da mortificare il canto delle sirene, trasformate in questo caso, in prefiche che seguono una salma! Se proprio "Parsifal" doveva essere, perchè non usare i colori della scena delle fanciulle-fiore?
Stessa cosa dicasi per la sublime "Marcia" dei nobili e cavaliere che prelude alla tenzone, con il suo tempo Allegro ed il suo grandioso coro: con Bychkov questo momento squisitamente sinfonico diventa il pesantissimo e retorico ritorno dei soldati dalla guerra, pronti magari a farne un'altra; il duetto Venus- Tannhäuser, richiama più Ortrud-Telramund nel suo clima inutilmente minaccioso che il dialogo di due amanti che stanno per abbandonarsi; ancora "Tristan" per la melopea del pastorello e qui potrebbe anche essere una buona citazione, ma perchè usare il caos della baruffa dei "Meistersinger" in ogni concertato facendo sparire le voci in un marasma orchestrale confuso e privo di brio o di qualunque spunto drammatico?

Tempi lenti, lentissimi, dunque, fino alla narcolessia, che probabilmente dovrebbero, nelle intenzioni, dipingere un groviglio di finezze e sensualità, ma evocano solo noia e mollezza, alternati a velocità improvvise, con la grave pecca peggiorativa costituita da archi e ottoni stridenti e dall'intonazione inquinata, che solo in parte compromettono il buon suono dell’orchestra.
Johan Botha, al suo debutto nel ruolo, avrebbe la voce adatta, al massimo, per Walther der Vogelweide, ma assolutamente non per Tannhäuser!
Timbro chiaro e gradevole al centro, appoggiato sulla gola quando deve toccare le note gravi e sul naso per emettere Fa, Sol e La, alla perenne, e cautissima, ricerca dell'intonazione, che difatti barcolla pericolosamente.
Se il I atto viene superato centellinando ogni fatica e cercando di controllare la linea di canto, che si fa dura già dopo il duetto con Venus, al II la voce di Botha va irrimediabilmente indietro, ripercuotendosi sull'uso corretto della respirazione.
Nel III la voce riprende un pò di colore, ma il racconto del viaggio a Roma, con la sua scrittura bassissima, provoca sbandamenti vistosi nella tenuta del canto e la voce finisce purtroppo per spezzarsi, così a poco serve il monotono fraseggio privo di sfumature e fantasia.
In queste condizioni diventa ovvio il motivo per cui, a ben ragione, il Papa non si degni di perdonarlo!
Terribile l'Elisabeth di Ricarda Merbeth: "Dich teure halle" è fiacco e sporcato da un vibrato eccessivo, da una mancanza di legato e da una intonazione precaria; il duetto successivo sembra più un cordiale ed educato colloquio sulla temperatura del tè e sulla fragranza dei pasticcini; il disperato intervento per salvare Tannhäuser, tutto giocato in partitura su un cantabile, che insiste nella fascia centro-acuta, è privo di nerbo e manca di convincimento; la preghiera finale compitata tra squittii come un meccanico rosario scivola via con discrezione e quasi chiedendo scusa.
A peggiorare le cose un fraseggio da Barbarina che cerca invan la spilla ed un timbro aggraziato, ma lezioso e petulante.
Mi aspettavo molto dal Wolfram di Boaz Daniel, ascoltato con esiti più che positivi in Gunther e Marchese di Posa.
Ricordavo un timbro più compatto ed un fraseggio più fantasioso uniti ad un timbro scuro e prezioso: a Torino purtroppo faceva capolino la gola per sostenere un'emissione fattasi fragile e nemmeno il fraseggio, anch'esso monotono, e sorprendentemente senza poesia, poteva fare ben poco.
Censurabile la prova di Michaela Schuster, Venus mezzosopranile più vicina alle ire di Fricka che alla seduzione di una Dea classica, in cui il solo registro centrale risultava veramente timbrato, ma irrimediabilmente querulo e senza vellutata sensualità.
La voce priva di legato, di un vero sostegno per il passaggio, portava il timbro ad inaridirsi letteralmente sugli acuti (i La solo brevemente toccati più che tenuti) o rendeva il registro grave più affine alla parola intonata: insomma, nessuna delle caratteristiche della tessitura e delle caratteristiche di un personaggio così sfaccettato viene minimamente risolto dalla Schuster.
Parecchi gradini sopra tutti si staglia Kwangchul Youn, il Langravio.
Timbro da vero basso, non un basso-baritono o un baritono spacciato per tale com'è la moda oggi, sostenuto da una buona tecnica che gli consente di coprire tutta l'estensione e di ravvivare con un fraseggio dai toni nobili e paterni i monologhi del II atto, ed una proiezione che gli permette di svettare nei concertati lasciandosi dietro tutte le voci ridotte a poltiglia sonora con il coro.
Nei brevi ruoli di contorno, il Biterolf di Jochen Schmeckenbecher viene assimilato, come da trita tradizione, ad un Alberich o Telramund rozzo, vociferante e traballante; il Walther di Jörg Schneider è leggerino, ma decoroso.
Simpatico e acerbo il pastore di Erika Grimaldi, che evita abilmente tutte le prescrizioni espressive richieste da Wagner.
Coro preparato da Roberto Gabbiani, dai timbri purtroppo secchi, pieni di vibrazioni e dalla dubbia intonazione, soprattutto nel settore femminile.

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